Was ich zB an MB gut finde, dass es bis zum Beginn der Ernährungsumstellung eine gewisse Zeit braucht, zuerst muss oder tut man sich informieren oder wird von Bekannten und Verwandten informiert. Sagt einem das System zu, braucht es Termine beim Ernährungsberater, beim Arzt oder wo auch immer. Ich zB mache es über ein Angebot der Migros. Das Blut wird abgenommen, und dann dauert es nochmals ein paar Tage, wertvolle Zeit, in der man sich mental vorbereiten kann. Man stürzt sich nicht kopflos rein, wie in vielen anderen Diäten. Und meistens hat man schon viele Erfahrungen mit Diäten hinter sich, und mit dem ärgsten Feind aller, nach der Abnahme, dem Herrn oder der Dame Jojo!
Ich bin mich am Vorbereiten, und deshalb mache ich mir tausend Gedanken
Ich vergleiche es ein wenig damit: Früher war ich Raucherin, beinahe Kettenraucherin während dreissig Jahren und total süchtig, und mindestens 10 Versuche, damit aufzuhören sind gescheitert, bis ich vor vier Jahren den Absprung wirklich geschafft habe. Geholfen hat mir Allen Carr, mir seinem Buch, für immer Nichtraucher. Ich mochte den Typen zwar gar nicht, fand ihn arrogant, aber er holte mich mit dem Buch dort ab, wo ich stand. Das Aufhören war vorher immer der Inbegriff eines Verlustes, eines Verzichtes und einer Verminderung der Lebensqualität. Das Buch half mir, und das während ich munter weiterrauchte, nach und nach zu verstehen, und zu verinnerlichen, dass das Aufhören eine Verbesserung der Lebensqualität ist, ein Gewinn von vielen tollen Nebenerscheinungen, wie zB keine belegte Zunge mehr am Morgen, oder kein Stress, wo kann ich endlich rauchen. Als ich aufhörte, war es nur noch ein Pappenstiel, ich war nicht einmal unausstehlich, sondern fröhlich, und freute mich über jede Situation, in der sich das Nichtrauchen als positiv herausstellte. Ich habe nur ganz selten und auch ganz kurz gelitten, und so ist es auch geblieben. Und wenn mal kurz eine Lust aufkommt, so kamm sofort das grosse, Nein, Hilfe, all die Dinge von vorher wieder, nein Danke. Und es macht mir gar nichts auf, wenn Freunde von mir rauchen, manchmal gehe ich mit nach draussen, und begleite Raucher oder Raucherin um ein bisschen plaudern zu können.
Darauf komme ich, nicht weil ich dann erst mit meinem Gewicht grosse Probleme bekam, sondern weil ich schon mehrmals abgenommen, und schneller als man denken vermag, wieder alles und mehr drauf hatte. Das hat mich wütend und trotzig gemacht, neben der Erscheinung, dass wir Frauen sowieso leiden, wenn wir für unsere Begriffe zu rund sind. Nach dem Motto: Früher, da konnte ich essen, ohne zuzunehmen, heute, da nehme ich zu ohne zu essen. Mein Leidensweg ist deshalb vielleicht nicht so lange, wie bei vielen anderen, doch trotzdem ziemlich intensiv und mit seelischem Schmerz verbunden, und dem Gefühl, es ist einfach nicht gerecht... oder ähnlich.
MB ist eine Ernährungsumstellung, und so beginne ich mich richtig innerlich zu freuen. Endlich darf ich lernen, wieviel Nahrung ich brauche, und welche Nahrung mir gut tut. Endlich darf ich erfahren, welches Essen mir schlecht bekommt. Ich will ja nur essen, was mir gut tut, und ich will so viel essen wie mir gut tut. Es soll kein Verzicht und kein Verlust werden, so wie oben beim Nichtrauchen beschrieben. Ich will nicht leiden und ich leide nicht gerne, also kann ich es nur so angehen. Ich will nicht mehr essen, was ich liebe (Pasta, italienische Küche, Butter und Rahm, Cervelat und Bratwurst, Kebab und Co)., sondern lieben was ich esse, nämlich diese Dinge, die für mich gut sind, für mein Gewicht, für meine Gesundheit. Nochmals, weil ich das eben grad selber gut getroffen finde, habe es eben erst aus meinen Fingern geschüttelt habe
Ich habe nun schon so oft von den strengen und harten Tagen gehört, von dem Leiden, welches mir und meinem Mann bevorsteht, und ich wehre mich dagegen. Aber nur gegen die Einstellung. Ich freue mich auf die bessere Lebensqualität, die nun vor mir liegt, und ich bin gespannt, auf den Plan, und auch darauf, welche Veränderungen und körperlichen Empfindungen ich haben werde, aber ich hoffe, ich werde mich trotzdem gut fühlen, und die Freude auf die bessere Lebensqualität nicht verlieren. Und ich habe mich mit den Kochbüchern gewappnet, die mir helfen sollen, mein neues Essen zuzubereiten, für mich und meinen Mann. Und heute, da werde ich mir verschiedene schöne Teller und Schüsseln im Doppelpack leisten, dass ich das Essen auch schön anrichten kann, und auch Tupperware posten, für die Mittagspausen im Geschäft. Ich versuche diesen Weg, als einen Weg der Freude zu sehen, als ein Möglichkeit, endlich den wahren Wert des Essens zu begreifen, den Geschmack zu würdigen und nicht die Menge, die Einfachheit und nicht das Überangebot.
Ich werde mich nach dem Start wieder melden, und euch erzählen, ob ich das, was ich hier so grossartig angekündigt habe, auch halten konnte, oder ob es bloss nur ein paar schöne Schaumburgen waren.
Liebe Grüsse
Kuriosa
PS: Allen Carr's Buch "für immer Schlank" ist im grossen ganzen Schrott, und genau das Gegenteil von MB in vielen Dingen, ich habe es aber nicht fertig gelesen. Nur etwas fand ich gut, das Versprechen, dass man soviel essen kann wie man will und was man will.
Natürlich hat er es nicht näher erleutert, oder zu spät im Buch, als ich es schon fortgeschmissen hatte, weil seine Diät (veganerisch) nicht durchführbar ist, aber damit wollte er sagen, wir entscheiden, und deshalb können wir soviel essen wie wir wollen und was wir wollen. Niemand sonst, und es liegt an uns, das zu wollen, und soviel zu wollen, wie uns gut tut.




