Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Heisshunger, Lust nach Schoggi, etc. Was kannst Du dagegen tun?

Moderator: zulukriegerin

Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon armitage5112 » Mi 30. Jun 2010, 20:13

Hallo Leute,
hatten wir es nicht gerade von angeknackstem Selbstbewusstsein? Heute morgen war ich wieder reichlich depremiert. Wenn man nicht 90-60-90 ist, hat man automatisch verloren. Hatte heute eine Untersuchung bei der Amtsärztin wegen meiner Einstellung in den Schuldienst. Nun ja, meine Hüften sind seit meiner Geburt kaputt, ich habe aber so momentan keine Beschwerden. Mein BMI kam dann noch dazu und schon hatte ich den Stempel "Zweite Klasse" aufgedrückt. Leider war mir die Waage ungnädig: 82 Kilo mit Klamotten. Meine Waage geht 2 Kilo falsch. Mit Klamotten habe ich zu Hause auch 80 Kilo. Gut, jetzt müsste ich meinen Ticker ändern, dazu kann ich mich heute aber nicht mehr aufraffen. Komme mir so unzulänglich vor, passe einfach nicht ins Raster. Niemand lobt dafür, dass man sein Leben umgekrempelt hat. Die sehen nur das, was jetzt ist. Ok, kann man wohl auch nicht erwarten, wenn einem der Arzt unbekannt ist. Ich meine, gut, mir kann es egal sein, da ich nicht auf den Beamtenstatus bestehe. Es gibt so zwar weniger Geld, aber man hat halt die Möglichkeit den Schuldienst unkompliziert wieder zu verlassen. Finde es nur unmöglich wie eine Nummer abgearbeitet zu werden und nur nach BMI beurteilt zu werden. Da passt es, was die Babs geschrieben hat: "Denken die Menschen, so etwas prallt an uns ab? Denken die Menschen überhaupt? Ich würde niemals zu jemandem hingehen und ihn auf einen körperlichen Makel hinweisen. Bei Dicken ist das erlaubt, sie müssen ja einfach aufhören zu fressen." Hinweisen muss mich die Ärztin auf meine Makel, aber muss sie mich deshalb so verurteilen? Vor allem wo ich von anderen Fällen weiß, dass der Amtsarzt (natürlich aus einem anderen Ort) nicht gewogen und gemessen hat. Die Leute mussten ihre Fußspitzen berühren, eine Kniebeuge machen und durften nach Hause gehen. Eine wurde sogar mit schlimmeren Diagnosen verbeamtet...
Gut, genug gejammert. MB mache ich schließlich nicht für die Amtsärztin, sondern für mich selbst *dieNasehochheb*

@Claudia: Danke für deine lieben Worte. Das ist irgendwie ein Teufelskreis. Man möchte abnehmen, sich und seinem Körper etwas Gutes tun und Sport treiben und dann gucken alle :( Meistens hat man eh nur das Gefühl, dass sie gucken. Wie du schon sagst, uns wird die Scham anerzogen. Dabei müssten sich ganz andere für ihr fürchterliches, intolerantes und unsoziales Verhalten schämen! Wir verurteilen doch auch niemanden, der zu dünn ist, oder?
Ich werde jetzt jedenfalls auf die Menschen achten, die mich anschauen. Wer weiß, vielleicht gibt es ein freundliches Lächeln? ;) Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Ganz liebe Grüße an euch alle und viel viel Stärke!
armitage
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Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon sanouk » Mo 5. Jul 2010, 23:48

Spott, Demütigungen, Hänseleien, blöde Sprüche.....
Ich hab all eure Beiträge gelesen und soviel wiedererkannt. War mein Leben lang oft sehr übergewichtig, mir ist aber erst jetzt, im Verlauf vom letzten Jahr aufgegangen was da ablief.
Selbst als Kleinkind war ich ein Pummelchen, aber bei weitem nicht fett. Hab mich aber fast mein ganzes Leben als extrem fett und abstossend empfunden, weil seit dem Kindergarten nette Kameraden, wildfremde Menschen und mein Vater mich darauf hinwiesen dass ich nicht die Schlankste sei. Sportleher, selbst eine Kindergartenlehrerin haben mich vor versammelter Klasse absichtlich blossgestellt weil ich sportlich eine Niete war, will heissen nicht so gut war wie die meisten anderen. Hatte ab der Sekundarschulstufe aber auch das sagenhafte Glück als Turnlehrerin eine Exkunstturnerin aus Tschechien zu haben, und umringt war ich von Sportskanonenmädels aus nationalem Ski, Schwimm und Handballkader. Echt starke Kombo :shock: . Fühlte mich dermassen Sch..., fett, untauglich, hässlich. Das Verrückte daran? Ich schau mir Fotos von damals an und sehe ein echt hübsches Mädchen mit einer guten, fraulichen Figur.
Aber im Kopf war ich FETT, also hab ich das auch immer so gesehen..
In der Mittelschule ging das Gewicht hoch zu 68kg, meine anschliessende Ausbildung war für mich derart Stress dass ich nichts mehr essen konnte, schnell auf 60kg runterkam. Kommentar von Lehrer: Na wir scheinen Ihnen ja richtig gutzutun! Obera..., dass ich vielleicht kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehen könnt wegen Mobbing und anderen Nettigkeiten war nie gefragt.
Schnell wieder hoch auf 70kg, mit 25 Jahren runter auf 60, bei 65 stabilisiert für drei Jahre, und all die Jahre hab ich mich fetter gefühlt als heute. Dann auf 75 explodiert, auf 65 zurück, hab mich gut gefühlt aber plötzlich "nackt" und noch verletzlicher weil ich auf einmal nicht mehr unsichtbar war. Dann meinen Mann kennengelern, geheiratet, innert vier Jahren auf 91 hochgef..ssen wegen alten psychischen Problemen die plötzlich ihren Hals reckten. Auf 73kg abgenommen, dann ist Papa gestorben und alles fing von Vorne an, fast all mein Übergewicht kam zurück, bis ich dann bei 89kg die Notbremse gezogen hab. Das Gute an den letzten 6 Jahren: NIE einen blöden Spruch, Bemerkungen, mein Mann stand immer hinter mir, die Umwelt interessierte mein Gewicht nicht. Unterschied? Ich leb jetzt in England...
Ich schau auf ein Leben zurück das ich damit verschwendet hab mich als Abfall zu betrachten, weil mir ständig irgendwer sagte was ich alles nicht kann, nie können werde, fett sei, nicht träumen dürfe. Ich bin dankbar dass ich heute hier lebe, den besten Ehemann hab den ich mir je erträumen konnt, für meine Psyche, mein Seelenleben drei Jahre ganz tolle Weiterbildungskurse in Seelsorge und Psychologie und Therapiesitzungen bekam in einem christlichen Zentrum (nein, keine Gehirnwäsche, nix totalitär, eigenes Denken wird erwartet und verlangt) hier in der Nähe, und jetzt mit MB ein Mittel gefunden hab um mein Gewicht anzugehen. Und während den ersten beiden Monaten kamen alle, alle schlechten Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühle, Seelenzustände wieder zum Vorschein, das war echt gespenstisch. Ausserdem wurd ich zur totalen Zimtzicke. Aber Stück für Stück kommt langsam die Frau zum Vorschein die mein mehrheitlich geheiltes Inneres schon länger sein wollte.

Ladies (und Gentlemen), ich drück euch
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Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon zulukriegerin » Di 6. Jul 2010, 08:02

So, nun ist es doch soweit,

ich verfolge schon die ganze Zeit den Thread und finde mich in jedem einzelnen Wort wieder.

Meine Gewichtszunahme hat mit der beginnenden Pubertät begonnen...der Babyspeck ist verschwunden, dafür kamen die fraulichen Rundungen....
Bilder von einem Campingurlaub zeigen mich mit einer super tollen, gei..n Figur..so wie ich immer mal wieder gerne sein würde...etwas später ging das Gwicht ordentlich hoch...
Und immer wieder meine Mutter:"du mußt abnehmen, du bist du dick, ich bin erschrocken als ich deine jetzige Kleidergröße gesehen habe (damals 46), wie soll ich dir ein schickes Keid nähen, das wird alles Sackartig..." Da soll man nicht frustriert sein und weiteressen...
Mich hat dann irgendwann der rappel gepackt und ich habe in aller kürzester Zeit sehr viel an Gewicht verloren: mit "meiner" Schokoladendiät...wenn ich nicht mit der Familie essen mußte, gab es nur eine Rippe Schokolade so 2x am Tag...heute würde ich sagen, dass ich fast in eine Magersucht abgerutscht wäre, aber davor hat mich mein Leben bewahrt :shock: :shock: .

Wie immer bei übermässigem essen, hat meine Psyche mir erzählt wie gut diese Streicheleinheiten mir tun und wie nötig ich sie habe...und so habe ich zugenmommen...zugenommen...zugenommen...
Diäterschwerend kamen dann noch die Antidepressiva (AD) dazu und meine beiden angrundtiefen Depressionen. Bis vor fast zwei Jahren war es mir dann einfach wichtiger zu überleben, meine sehr intensive Analyse erfolgeich zu beenden, sodass ich für das Gewicht oder eine Diät keine Interesse oder auch Energie gehabt habe.
Erst mit meinem Dr/homöopathen konnte ich dieses in Angriff nehmen. Dazu war aber eine Vorbereitung/Arbeit mit einer Kinesiologin der erste Schritt in ein neues Leben. Nachdem Ende meiner Psychtherapie und der Arbeit mit der Kinesiologin, konnte ich mich dem Abentheuer MB stellen.

Irgend jemand von euch hat geschrieben, das es ihr nicht gut geht...durch den Gewichtsverlust verlieren wir auch unseren Schutzpanzer, den wir uns zugelegt haben....Ich denke das das auch für mich stellenweise der Grund für die Durchhänger ist. Wir geben was geliebtes/gewohntes auf und müssen uns mit unserem neuen Ich auseinander setzen und es auch lieben lernen. Aber dieses lieben lernen ist verflixt schwer, denn da sind ja noch die Altlasten aus unserm früheren Leben, die wir/ich totz aller therapeutischen Arbeit mit uns rumtragen.

Deswegen lasse ich mich auf ein für mich spannendes Experiment ein. Mir wurde durch meinen Dr eine Methode empfohlen, wo man von seinen Ängste und traumatischen Erinnerungen befreit wird. Entwickelt wurde diese Methode "The journey" von Brandon Bays http://www.thejourney.com/germany/ Schaut doch mal dort vorbei und bildet euch eine erste Meinung. Ich selber war im erstem Moment etwas sehr skeptisch, aber nach der Lektüre ihrer beiden Bücher (The journy for Kids und The journey für Erwachsene), werde ich das für mich ausprobieren. Aus dem Internet habe ich einen Therapeuten gefunden, der mir zumindest am Telefon einen sympathischen Eindruck macht. Er hat sehr fundiert gefragt und mir auf meine Fragen auch sehr gut und präzise geantwortet...und er wohnt nicht zu weit weg...denn ist nicht einfach hier im Großraum Stuttgart einen zertifizierten Therapeuten zu finden. Da ich inzwischen offen bin für solche Erfahrungen, aber auch Schiss davor habe was kommen mag...muß ich einfach wie es geht und was es mit mir tut. Eben habe ich versucht den Therapeuten zu erreichen, aber er war nicht da...er wird sich telefonisch dann bei mir melden....10 Min später: Er hat sich gemeldet und ich habe gleich einen Termin für den 24.7 mit ihm vereinbart...schnauf...aber ganz tief. Mensch bin ich mutig...und doch auch fast am weinen. Erleichterung?? ..ich weiß es nicht. Angst???..ja, vor dem was kommt.

Die ganzen Jahre habe ich was mit mir und meiner Psyche geschehen lassen. Durch die Therapie wurde ich geleitet, obwohl die Hauptarbeit ja bei mir lag. Durch die AD´s war ich künstlich glücklich und ausgeglichen..Jetzt ist es echt am mir was für mich zu tun und das ehrlich und grundlegend und mich auch ehrlich und grundlegend kennenzulernen. Deswegen MB, deswegen auch jetzt diese Sache mit "the journey"...
Da meine Psyche in den vielen Jahren meines Lebens ziemlich gebeutelt wurde, wird es jetzt wirklich Zeit diese auch mal zu streicheln und ihr die positiven Seiten in mir zu zeigen und mir diese ehrlich bewußt zu machen., mein noch stellenweise verschollenes Ich an die Oberfläche zu holen.

Wir bleiben in unserem Leben in unserer Entwicklung nie stehen...wäre ja auch schlimm...denn sonst wäre ich vielleicht nie aus diesen Depressionen rausgekommen...dann hätte ich evt doch irgendwann Suicid begangen und nie mehr festgestellt wie bunt und abwechslungsreich das Leben doch sein kann.

Deswegen: MB verändert unser Leben und unsere Psyche...aber mit der veränderten Psyche ändert sich auch unser Leben...
Und liebe Leute: nur zum positiven!!! Denkt positiv, das Leben kann so schön sein. Seid nicht empfänglich für die verletzenden Worte der Umwelt. Auch diese Menschen haben ihren Makel, die man evt nicht so offentsichtlich sieht...aber auch die haben ihre dunklen Geheimnisse. Überlegt doch nur mal was ein Analphabet zu leiden hat mit seinem "Makel".. der kann sich nicht im Internet so anonym austauschen wie wir...da geht es uns doch super dagegen,oder??? Ein andrer ist blind..gut der seht uns nicht und beurteilt uns nach seinen erspürten Werten, ein anderer hat eine Hautkrankheit und ein anderer ist ein Messie..aber wir alle sind doch Menschen, die sich respektieren (sollten)...nobody is perfect...

So das war jetzt das Wort zum Dienstag...grade läuten die Krchenglocken...das passt, um hier zu einem Ende zu kommen.

ich wünsche euch einen schönen Tag und laßt euch nicht ärgern

eure zulu
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Warum gehen wir in den Schuhladen und verlangen nach Orangen

Beitragvon Bloome » Di 6. Jul 2010, 08:10

Ouffz... Ihr Lieben...
:roll: :roll:
da hab ich spontan das Bedürfnis,
die großen Arme auszubreiten und
alle zu beschützen..
vor so viel Ignoranz und Gehässigkeit,
einfach der Wahnsinn, was Menschen
durchmachen, wenn sie nicht einer
willkürlichen Norm entsprechen.
Liebe armitage - ich versteh nur zu gut, wie du
dich beim Arzt gefühlt hast - wie schrecklich es ist,
"nicht zu passen".. und immer "zu...." zu sein..
zu schwer, zu breit, zu.... wasweißich.
Aber ich denke es geht genau darum, zu dir zu stehen -
und zu pfeifen auf die sogenannte Norm. Willst du denn
bei denen in der blöden Liga überhaupt mitspielen?
Ich kenne ein schönes Sprichwort, das heißt:
Warum gehst du in den Schuhladen und verlangst nach Orangen?
Denke, wir müssen lernen, dahin zu gehen, wo es uns gut geht, wo man
gut mit uns umgeht. Wo Menschen uns sehen, wirklich wahrnehmen...
und nicht selbst Sklave sind von irgendwelchen Äußerungen.
@sanouk - wo in England lebst du?
Das klingt toll, dein Weg - auch wenn er sicher hart und steinig war.
Ich freu mich für dich, dass du einen tollen Mann an deiner Seite hast!
Und wünsch Euch und mir, dass wir weiterhin daran arbeiten,
die Pfunde von der Seele zu nehmen - das Gewicht, das auf uns
lastet, nciht richtig oder gut genug zu sein.
Liebe Grüße
Bloome
:mrgreen:

P.S. Liebe Zulu, sehe erst jetzt, dass du grade geschrieben hast -
au mann... jede von uns könnte Bände schreiben über das Thema..
möcht dich mit rein in meine Arme nehmen - ganz lieb und herzlich ;)
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Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon blondie » Di 6. Jul 2010, 08:32

hallo zusammen!

da kann ich mich auch anschließen. ich war immer schon dick....seit ich denken kann. meine eltern haben immer gearbeitet, frische zutaten und gemeinsames essen gabs bei uns nie. wenn jemand hunger hatte, machte man sich eine pizza, holte sich was aus dem kühlschrank, etc. meine schwester hat das glück, nicht zuzunehmen. sie ist zu dünn (1,78m und wiegt nur 52 kg). sie isst kein gemüse, kein obst, trinkt nur limo, isst viel chips, etc. genauso mein vater, er ist nur fettes, ungesundes zeugs, und wundert sich, warum denn das andere töchterchen so fett is... :?

naja, und wenn ich jetzt sage, das und das ess ich nicht mehr, weil ich abnehmen, überdrehen alle die augen, so nach dem motto "ja, ja, wielang wirst es denn diesmal aushalten?" das kränkt mich, andererseits motiviert es mich auch, weil ich es allen zeigen will. ich hab das glück, das mein freund zu 100% hinter mir steht.

wenn mich jemand anschaut bzw. anstarrt glaub ich auch immer nur, dass dieser mensch sich gerade was negatives über mich denkt....hab ein total schlechtes selbstbewusstsein, was ich aber nach aussen zumindest im bekanntenkreis zu überspielen versuche. bei einer gruppe mit fremden menschen würde das wieder anders aussehen ;)

jedenfalls zu den kommentaren der anderen: meiner meinung nach ist das purer neid! sie haben angst, dass sie dann die dicken sind, dass sie dann so abgestempelt werden wie wir es werden bzw. wurde. daher wollen sie uns zum alten essverhalten verleiten. ist meine meinung.

aber denen zeigen wir´s! wir lassen uns nicht unterkriegen ;)

vlg
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Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon konni1959 » Di 6. Jul 2010, 10:47

*pppppppuuuuuuuuuhhhhhh* - es ist schon krass, bisher dachte ich echt,
nur ich würde so denken, so fühlen, mich so "wertlos" fühlen......

@ zulu: Deine Geschichte liest sich wundervoll, endlich mal auf sich selbst zu schauen - davon bin ich meilenwert entfernt!!!
Als ich vor 5 Jahren knapp dem Tod entronnen in eine geschlossene Therapie mußte, habe ich all' meine "schauspielerischen*
Fähigkeiten erfolgreich hervorgekramt um "wieder dazuzugehören". Nein, es war NICHT mein Wunsch, aber ein Versprechen
an meine Tochter weiterzumachen. Sowollte sie es gewiß nicht, aber für mich der einzig gangbare Weg um endlich die
Aufmerksamkeit wieder von mir abzulenken......

Immer noch ist es so, dass ich das Gefühl habe nicht wirklich ICH zu sein. Ich bin stets darauf bedacht, so zu sein, dass es
anderen gut damit geht. Deshalb war es gestern auch so wichtig für mich, hier anonym zu schreiben dass es mir nicht gut geht. Mein
LG kann das alles nicht verstehen, denn für ihn gibt es doch keinerlei Grund "so zu sein". Im Büro muß ich mehr als meine Frau
stehen, bin hier nicht nur stellv. Chef, sondern auch Seelentröster, Familienversteher, Eheberater, Vermittler und alles was so dazu
gehört. Schwächen meinerseits sind weder gefragt noch erwünscht....

Tja, das Leben ist kein Wunschkonzert - auch wenn die Wünsche niemals aufhören.

All meinen Vorschreiberinnen kann ich wirklich nur Mut zu sprechen und sagen, bleibt so authentisch wie ihr seid!!! Seid ehrlich zu Euch
selbst und glaubt mir, Menschen ohne Rückrat und wirklich wahren und ehrlichen Worten und Gefühlen gibt es viel zu viele!!! (Manchmal
leider auch, weil es die "Gesellschaft so vorschreibt - oder sie einfach nicht die Kraft haben gegen den Strom zu schwimmen).

sehr nachdenkliche Grüße
Konni
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Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon zulukriegerin » Di 6. Jul 2010, 12:35

Liebe Konni

ich kann dir garnicht beschreiben, wie sehr ich mich freue dich heute hier zu sehen :D :D :D :D ...ja ich bin überglücklich. Dein sehr trauriger Post gestern, hat mich zu tiefst berührt und im tiefsten Inneren, hatte ich auch etwas Angst um dich....

Dafür freut mich dein fast aufrechter Gang heute sooo sehr. Für wen leben wir denn eigentlich? Natürlich für die eigene Familie....erst Eltern und Geschwister, nachher Ehemann, Kinder, Enkel...aber wo ist unser Platz, unser ureigenster Platz? Das mußte ich erst einmal für mich definieren lernen und bis heute immer wieder ins Bewußtsein rufen.
Besonders da ich alleine lebe und einen sehr sozialen Beruf habe muß ich mich immer wieder neu definieren...und das das nicht nur über den Beruf passiert..

Konni, du schreibst "ich habe das Gefühl noch nicht wirklich ich zu sein"...wer ist "ICH"....eigentlich ist das nicht so schwer zu beantworten: ich bin so wie ich bin.
Hierzu zwei Fragen:
1. Was gefällt mir nicht an mir?
2. Was finde ich toll bei mir?
Ohne dich weiter zu kennen, weiß ich jetzt schon, dass du zu der ersten Frage hunderte von Antworten findest und zu der zweiten doch überlegen mußt...
Aber die Antworten zu beiden Fragen machen uns aus...das Optimum wäre es , wenn die Waage im Einklang wäre...aber ehrlich bei wem ist das schon so? Wir müssen nur schauen, das die Waage nicht zu sehr nach einer Seite hängt...

Für mich bedeutet das "Ich" sein auch meine innere Einstellung zu haben, mit der ich gut leben kann. Ich versuche mir das Leben leichter zu gestalten, indem ich mich positiv motiviere. Du möchtest ein Beispiel haben..gut...Ich sehe MB als Möglichkeit mein Gewicht zu reduzieren und als eine Ernährungsumstellung...nicht als eine Diät die ich machen muß. Wenn ich etwas muß, artet es in Stress aus und schon geht es mir nicht gut ich frage mich dann: für wen tue ich mir das an? ...zu hungern und nicht mehr das essen zu dürfen was ich möchte?
Das versuche ich in den meisten Bereichen zu schaffen...aber nobody is perfect.. ich schaffe das nicht immer, aber immer öfter....
In einem autogenen Trainig, das ich vor Jahren gemacht habe, hat der Kursleiter damals gesagt: "Die 4 wichtigsten Buchstaben in ihrem Leben sind E-G-A-L...es ist egal...wir regen uns über soviele Dinge auf, die eigentlich nicht der rede wert sind sich so damit zu beschäftigen: wenn eine sauteure Vase hingefallen ist: ist doch egal...ändern können wir es eh nicht mehr...wozu darüber aufregen?....Freuen wir uns auf die neue Vase, die wir uns kaufen dürfen. Wenn ich mich zu einem Termin verspäte: es ist doch egal...warum aufregen..ich kann doch dann erklären woran es lag(das ist ein Punkt den kann ich noch garnicht gut).

Warum dürfen wir keine Schwächen zeigen? Tun die anderen das denn nicht?...wohl ja, aber da ist das ja normal. Wenn wir mal schwächlen ist das was neues und ungewohntes und man wird gefragt: geht es dir nicht gut...bist du krank??
Ich finde das stark von dir, das du hier im Forum dein wahres Ich zeigen kannst und zugeben kannst doch schwach zu sein. Warum auch nicht auch in der Wirklichkeit/Alltag? Glaubst du in den Augen der anderen zu verlieren? Die werden sich zu anfang sicher über die neue Konni wundern, aber irgendwann sind sie froh über die authentische Konni, die nicht schauspielert.

So, jetzt habe ich wieder genug geschrieben. Für mich ist das immer ein besonders bewegendes Thema, da ich weiß wo ich war, wo ich lang bin und wo ich heute bin. Ich kann nur allen, die mich auf meinem Weg begleitet haben zu tiefst danken, für all die unermüdliche Hilfe und Geduld die sie mit mir hatten und haben.
Ich lebe mein Leben auf einem ganz guten Level..wobei ich mich immer frage wie es noch besser aussehen könnte. Geht das? Erwarte ich nicht zuviel vom Leben? Wie fühlt es sich an normal zu sein? Ohne Depressionen, Übergewicht, Minderwertigkeitskomplexe....
Und dann ist da immer noch die Frage: Was ist normal? Ich habe manchmal das Gefühl ich/wir machen uns viel zu viel Gedanken um das normal sein als es nötig ist....leben ist angesagt.

Deine /eure zulu
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Re: Nicht nur der Körper verändert sich! Auch die Psyche...

Beitragvon sugerbabe0 » So 29. Aug 2010, 11:02

Hallo Erdbaer,

seit heute habe ich mich in diesem Forum angemeldet und diesen Beitrag von Dir gefunden der...hoffentlich...jetzt kein Thema für Dich ist.
Ich war bis zu meinem 30 Lebensjahr eine schlanke Frau mit maximal 63 kg.
Hab mich sterilisieren lassen und von da an ging die Waage bis auf 98 kg hoch.
Auch ich hatte mich *verloren*.
Komentare von vielen Leuten...ach Du siehst doch schon toll aus ( und ich hab gedacht wenn sie doch aufhören würden mich ständig von meinem eigentlichen Ziel abzubringen.)
Auch mein Partner versucht ständig mich mit *Leckerem* abzubringen nach dem Motto :Ich liebe jedes Gramm an Dir".Dafür hab ich ihn fast gehasst zum Schluss.
Im Februar 2010 hab ich mit MB angefangen und bis April 15 kg abgenommen.Das halte ich jetzt seit dieser Zeit 2-3 kg rauf und runter.
Ich will aber wieder die Frau werden die ich eigentlich bin und das habe ich jetzt wieder vor.
Sehr unterstützend find ich das Buch von Pierre Frank "Wünsch Dich schlank".Es hat mich so motiviert,dass es mir jetzt leicht fällt mein Ziel wieder anzugehen.
Das Büchlein enthält viele wertvolle Anregungen sich selbst wieder zu sehen.Mit Spiegelarbeit,vielen Erfolgsberichten und Stärkungen ist es das Beste was ich je gelesen habe und seit Tagen auch anwende.
Vielleicht hilft es Dir auch weiter.

ich würde mich auf regen E-Mail Kontakt freuen.

Lieben Gruß und weiterhin viel Erfolg :)
sugerbabe0
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