Ihr Lieben,
ich eröffne einen neuen Thread, weil ich mir denke und erhoffe das dieses Thema doch einige interessieren könnte...zumindest beschäftigt es mich zur Zeit ziemlich...
Als ich am 8.3.2010 mit MB angefanhgen habe, wollte ich eine Diät haben, um mein Gewicht zu reduzieren..:Ich habe es damals nur als eine Diät gesehen, nicht als mehr. Ich hatte mein Leben nach zwei abgrundtiefen Depressionen wieder im Griff, aber nicht mein Essverhalten...also mußte dem Abhilfe geschaffen werden.
Gesagt getan...Blutabnahme und dann auf ins Vergnügen Essplan studieren und in die Tat umsetzen....Von Anfang an wußte ich was ich wollte...diese Sache zu einem erfolgreichen Ende bringen. Heute habe ich Halbzeit bei meiner Abnahme...Ich habe 30Kg verloren.Nach einigen Tiefschlägen und Phasen des absoluten Gewicht Stillstandes geht es jetzt wieder voran...Soweit so gut....das können sicher auch ganz viele von euch aus dem Forum so nachvollziehen...
Wo es bei mir im Moment nicht rund läuft ist, das der Kopf mit meinem sich neu entwickelnden ICH nicht hinterher kommt. Ich verändere mich von meinem Äusseren her gewaltig...30Kg zu verlieren ist ja auch eine ganze Menge...jeder Gang zu meinem Kleiderschrank zeigt mir, was wieder nicht passt. Heute habe ich in einem Geschäft eine Jeans in 54 anprobiert und sie saß locker...zu locker um gekauft zu werden...Ich kenne mich noch nicht mal mit "meiner" aktuellen Kleidergröße aus. Früher war klar: Ulla Popken Größe sehr groß...ohne wenn und aber das hat gepasst...und heute...????
Aber das ist nicht das Schlimmste...da komme ich noch ganz gut klar mit...schön wenn "verloren" geglaubte Kleidungsstücke oder Kleidergrößen wieder passen. Schön auch, Aussichten auf eine tolle Bermuda (für den nächsten Sommer)zu haben, die seit Jahren im Schrank liegt. Oder die tolle Weste/Bluse auch für den nächsten Sommer...
Wo ist jetzt ihr Problem, werden sich einige fragen.
Ganz einfach: Ich habe das Gefühl durch die schwindenden Pfunde mich anders zu erleben. Ich bin wesentlich empfindlicher geworden...ja richtig dünnhäutig sogar. Ich lasse mehr an mich rankommen, als ich es vorher getan habe...oder es wird mir jetzt einafch bewußter...keine Ahnung. Ich merke auch bei meiner Arbeit hier im Hospiz, dass ich mit den Pat und den Angehörigen viel eher mal mitweinen könnte..etwas was ich vorher nicht kannte. Da war ich die starke Sr. Zulu...und heute bin ich die empfindsame Sr. Zulu geworden.Ich bin im ganzen wesentlich empfänglicher für die Gefühle anderer geworden. Als hätte ich die ganzen vielen Jahre in einem Kokon verbrachht, der jetzt am aufbrechen ist. Ich habe echt das Gefühl mich von einer kleinen Raupe, die sich in ihren Kokon eingesponnen hat...im wahrsten Sinne sich was angefressen hat...zu einem hoffentlich schönen Schmetterling zu entwickeln...
Aber genau an diesem Punkt komme ich noch nicht hinterher. Da habe ich zur Zeit meine Probleme. Ich kenne mich selber nicht mehr richtig...ich lerne eine neue zulu kennen und die kann ich für mich noch nicht so zu meiner Person gehörig definieren. Daher stellen sich mir folgende Fragen zur Zeit:
Bin ich das?
Will ich so sein und werden?
Wie entwickele ich mich weiter?
Was tut mir gut in dieser Richtung?
Wieviel kann ich tragen?
Was möchte ich tragen?
Stehe ich mit dieser Entwicklung meines selbst alleine da?
Wie geht ihr damit um?
Ist das für euch auch so ein Thema?
Schaffe ich das alleine oder brauche ich Hilfe?
Wenn ja von wem?
....ich glaube ich könnte die Liste der Fragen ins Unendliche fortsetzen...aber das genügt zur Zeit.
Vielleicht wisst ihr ein oder zwei Antworten für mich, oder schreibt wie es euch mit euren Veränderungen so geht.
Ich bin gespannt was so kommt
grüße euer
zulu






