Wie verändert MB mich und mein Leben??

Wie organisiere ich mich z.B. in den Ferien/Restaurant/Schicht?

Moderator: Sa84

Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon zulukriegerin » Sa 28. Aug 2010, 00:00

Ihr Lieben,

ich eröffne einen neuen Thread, weil ich mir denke und erhoffe das dieses Thema doch einige interessieren könnte...zumindest beschäftigt es mich zur Zeit ziemlich...

Als ich am 8.3.2010 mit MB angefanhgen habe, wollte ich eine Diät haben, um mein Gewicht zu reduzieren..:Ich habe es damals nur als eine Diät gesehen, nicht als mehr. Ich hatte mein Leben nach zwei abgrundtiefen Depressionen wieder im Griff, aber nicht mein Essverhalten...also mußte dem Abhilfe geschaffen werden.
Gesagt getan...Blutabnahme und dann auf ins Vergnügen Essplan studieren und in die Tat umsetzen....Von Anfang an wußte ich was ich wollte...diese Sache zu einem erfolgreichen Ende bringen. Heute habe ich Halbzeit bei meiner Abnahme...Ich habe 30Kg verloren.Nach einigen Tiefschlägen und Phasen des absoluten Gewicht Stillstandes geht es jetzt wieder voran...Soweit so gut....das können sicher auch ganz viele von euch aus dem Forum so nachvollziehen...

Wo es bei mir im Moment nicht rund läuft ist, das der Kopf mit meinem sich neu entwickelnden ICH nicht hinterher kommt. Ich verändere mich von meinem Äusseren her gewaltig...30Kg zu verlieren ist ja auch eine ganze Menge...jeder Gang zu meinem Kleiderschrank zeigt mir, was wieder nicht passt. Heute habe ich in einem Geschäft eine Jeans in 54 anprobiert und sie saß locker...zu locker um gekauft zu werden...Ich kenne mich noch nicht mal mit "meiner" aktuellen Kleidergröße aus. Früher war klar: Ulla Popken Größe sehr groß...ohne wenn und aber das hat gepasst...und heute...????
Aber das ist nicht das Schlimmste...da komme ich noch ganz gut klar mit...schön wenn "verloren" geglaubte Kleidungsstücke oder Kleidergrößen wieder passen. Schön auch, Aussichten auf eine tolle Bermuda (für den nächsten Sommer)zu haben, die seit Jahren im Schrank liegt. Oder die tolle Weste/Bluse auch für den nächsten Sommer...

Wo ist jetzt ihr Problem, werden sich einige fragen.
Ganz einfach: Ich habe das Gefühl durch die schwindenden Pfunde mich anders zu erleben. Ich bin wesentlich empfindlicher geworden...ja richtig dünnhäutig sogar. Ich lasse mehr an mich rankommen, als ich es vorher getan habe...oder es wird mir jetzt einafch bewußter...keine Ahnung. Ich merke auch bei meiner Arbeit hier im Hospiz, dass ich mit den Pat und den Angehörigen viel eher mal mitweinen könnte..etwas was ich vorher nicht kannte. Da war ich die starke Sr. Zulu...und heute bin ich die empfindsame Sr. Zulu geworden.Ich bin im ganzen wesentlich empfänglicher für die Gefühle anderer geworden. Als hätte ich die ganzen vielen Jahre in einem Kokon verbrachht, der jetzt am aufbrechen ist. Ich habe echt das Gefühl mich von einer kleinen Raupe, die sich in ihren Kokon eingesponnen hat...im wahrsten Sinne sich was angefressen hat...zu einem hoffentlich schönen Schmetterling zu entwickeln...
Aber genau an diesem Punkt komme ich noch nicht hinterher. Da habe ich zur Zeit meine Probleme. Ich kenne mich selber nicht mehr richtig...ich lerne eine neue zulu kennen und die kann ich für mich noch nicht so zu meiner Person gehörig definieren. Daher stellen sich mir folgende Fragen zur Zeit:

Bin ich das?
Will ich so sein und werden?
Wie entwickele ich mich weiter?
Was tut mir gut in dieser Richtung?
Wieviel kann ich tragen?
Was möchte ich tragen?
Stehe ich mit dieser Entwicklung meines selbst alleine da?
Wie geht ihr damit um?
Ist das für euch auch so ein Thema?
Schaffe ich das alleine oder brauche ich Hilfe?
Wenn ja von wem?
....ich glaube ich könnte die Liste der Fragen ins Unendliche fortsetzen...aber das genügt zur Zeit.

Vielleicht wisst ihr ein oder zwei Antworten für mich, oder schreibt wie es euch mit euren Veränderungen so geht.

Ich bin gespannt was so kommt
grüße euer
zulu
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon Sa84 » Sa 28. Aug 2010, 15:22

Hallo Zulu!
Diesen Thread finde ich super!
Mir gehts ähndlich wenn auch nicht gleich ;)
Das ich ( und dies bereits mit -14kg) dünnhäutiger geworden bin merke ich auch. Dazu kommt bei mir mein "altes" Problem wieder hoch. Eigentlich paradox!! Ich müsste mir doch nun besser gefallen?! Mein Selbstbewusstsein müsste sich doch stärken?!
Ich bin jedoch wieder in einer Phase wo ich kaum in den Spiegel schauen mag. Ich finde alles an mir hässlich :S meine Hakennase meine Figur mein ganzes Gesicht. Ich hatte immer Probleme mit meinem Selbstwertgefühl... kommt wohl davon das ich in der Schule Jahrelang auch desswegen fertig gemacht wurde...
Ich hatte auch schon Hilfe desswegen da es mich bis in die Depression getrieben hat...
Aber nun kommt anscheinend dieses Problem wieder hoch, wesshalb versrehe ich selber nicht wirklich ;(
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon Kuriosa » Sa 28. Aug 2010, 16:43

Lasst euch beide trösten... !

eigentlich weiss ich nicht so recht, was ich dazu sagen soll, ausser dass ich euch verstehe.

Wandel heisst einerseits auch immer Loslassen, und andererseits ist Wandel auch immer damit verbunden, dass alte Wunden wieder aufbrechen! Das braucht Kraft und das braucht Mut.

Aber ihr beide habt das, Zulu und Sa, und beide habt ihr den Mut, euch zu öffnen, zu zeigen mit dem was euch beschäftigt und mit dem was euch weh tut. Das ist schon sehr sehr viel, und alles was ins Bewusstsein gelangt, an alten unverdauten Schmerzen, will neu verarbeitet und integriert werden, und das ist ein Prozess, ein langer Prozess sogar.

Vertraut darauf, dass sich nach dem durch den Urwald, dem Gestrüpp, dem Weh und all dem Zeug gehen, nach dem Durchstehen und tapfer vorwärts Schreiten, am Ende das Licht wieder in seiner ganzen Pracht zeigt.

Wer aber nicht die Schatten der Höhle, die Kälte und die Lichtlosigkeit kenn, wird das Licht und die Sonne nicht zu schätzen wissen, sowas hat Plato mal gesagt...

für uns: wer immer Schlank und ohne Sorgen um sein Selbstwertgefühlt war, wer keinen Panzer kennt und keine Eisschichten um Herz und Seele, der kann das Schlanksein, und das gesunde Selbstwertgefühl nicht einmal erkennen, und sich deshalb nicht über das selbst erarbeitete, und über das frei sein von Fettschichten in welcher Form auch immer freuen!!!

Ich drücke euch!

Kuri
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon Traumstrand2010 » Sa 28. Aug 2010, 20:36

Guten Abend,

.... ich kann nur sagen, dass mich dieser Thread sehr berührt hat. Zulu - vielen Dank, dass Du ihn eröffnet hast.

Zuerst möchte ich Euch allen zu Euren tollen Erfolgen gratulieren und kann nur hoffen, dass ich auch mal Stolz auf ein ähnliches Ergebnis sein. Habe vor 2 Stunden beschlossen bereits morgen mit MB zu beginnen, obwohl ich mit meiner MB-Beraterin gestern bei der Planbesprechung vereinbart habe, dass ich - da ich in den nächsten Tagen Besuch bekomme - erst am Donnerstag starte. War aber heute mittags zum Essen (Schweinelendchen mit Pfifferlingsauce - na ja; Schweindelende und Pfifferlinge wären ja sogar mit meinen erlaubten Lebensmittel konform, die Sauce sicherlich nicht) und fragt mich nicht warum, ich habe seit Stunden ziemliche Magenkrämpfe und einfach nur das Gefühl übervoll zu sein. Daher nun ist endgültig Schluss mit der Völlerei und morgen starte ich mit einem Obsttag in mein Leben mit MB und hoffe, dass ich auch mal berichten kann, dass ich Halbzeit habe....

Aber ich kann Kuri nur zustimmen, dass mit einem Wandel auch sehr häufig alte Wunden aufbrechen und um diese endgültig heilen zu können, bedarf es viel Mut und Kraft. Aber Zulu und Sa, dasss Ihr über jede Menge Kraft verfügt habt Ihr bereits sehr eindrucksvoll bewiesen und somit werdet Ihr auch diese Sinnkrisen überwinden und noch viel gestärkter daraus hervorgegehen. Glaubt Ihr nicht auch, dass wir uns alle mit unseren Kilos auch oft einen harten Panzer angefuttert haben und oft viele Emotionen nicht gezeigt haben, denn wie oft heisst es "eine starke Frau kann nichts Umhauen"?

Zulu, ich kann nur sagen, meine Hochachtung für Deine Arbeit in einem Hospiz und ich bin mir sicher, dass Du Dich in einen wunderschönen Schmetterling verwandelst. Ich finde es schön, wenn Du Dich in Deine Patienten und deren Angehörigen reinfühlen kannst und dies auch zeigen kannst. Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung aus Sicht der Angehörigen sagen, dass man in solchen Situationen gerade sehr viel Einfühlsamkeit und Mitgefühl braucht. Nur musst Du für Dich auch einen Weg finden, wie Du damit gut umgehen kannst, dass Du nicht daran zerbrichst, denn gerade in einem derartigen Job ist es sehr wichtig, dass Du für eine vernünftige Pychohygiene sorgst. Daher würde ich sogar ein entsprechendes Selbsterfahrungsseminar oder zumindest eine (vielleicht auch mehrere) Sitzung(en) bei einem Coach empfehlen, denn auch wenn Du mitfühlst oder auch mitweinst, musst Dir klar sein, dass Du - und da bin ich mir sicher - Dein Bestes getan hast und leider nicht mehr tun konntest. Da Dich Deine veränderte Einstellung im Moment gerade beschäftigt, kann ich Dir nur den Rat geben, versuche es wirklich mit entsprechender Unterstützung zu analysieren - es hilft wirklich und Du wirst stolz auf Dich sein und auch einen Weg finden, wie Du mit gewissen Situationen umgehen musst, dass der Schmetterling zwar seine Gefühle zeigen kann, sich aber dennoch nicht die hauchzarten Flügel beschädigt. Was 'Deine 30 kg anbetrifft, muss ich sagen, dass ich vor Neid erblasse.... Warum hast nicht mal gleiche die Jeans um 2 oder 3 Nummer kleiner probiert, die wäre vielleicht dann eher gesessen? Ich kann nur sagen, kauf Dir etwas Tolles (auch wenn es vielleicht in wenigen Wochen schon wieder an der schlottert und Du es in die Altkleidersammlung geben musst), das hilft und lässt den Adrenalinspiegel erheblich steigen. Und die Zeiten von Ulla Popken sind für Dich wohl endgültig vorbei.

Sa, versuche es mal und setze Dich hin und erstelle eine Liste, was Deine beste Freundin/Freund an Dir toll findest und was sie/er weniger mag. Vergiss dabei aber bitte nicht alle Deine inneren Werte!!!!! Ich bin mir sicher, dass die Aufstellung fast nur positive Punkte aufweisen wird und dann frage ich Dich, ist eine vielleicht etwas zu gross geratene Nase wichtig? Wenn Dich Menschen nach Deiner Nase beurteilen, dann sind Deiner Freundschaft wohl nicht wert. Ja ich weiss, Kinder können sehr erbarmungslos sein und es war sicherlich schlimm für Dich, dass Du jahrelang in der Schule gemobbt wurdest. Ich nehme an Du bist das auf dem Bild und ich sehe weder eine Hackennase noch ein hässliches Gesicht. Und beim Gewicht hast ja auch schon einen tollen Erfolg erzielt und die weiteren Pfunde werden auch noch purzeln. Du bist eine junge, hübsche und sehr liebenswerte Frau und dies würde mir wohl auch Dein Hund bestätigen, wenn er reden könnte.

Girl's ich kann nur sagen, macht weiter so und lasst die Veränderungen zu, ich finde sie super und würde mich freuen wenn Ihr mich auf dem Laufenden haltet.

Alles Liebe und Gute
Traumstrand

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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon zulukriegerin » So 29. Aug 2010, 03:42

Jetzt versuche ich es halt ein zweites Mal....ich hatte so schön auf die Beiträge von euch geantwortet...da hat ein Pat geklingelt und bis ich wieder hier an den Computer kam...war mein Beitrag weg...

@Sa84
ja liebe Sa, wir verlieren erfolgreich unsere Kilos...verlieren vertrautes und werden im wahrsten Sinne des Wortes dünnhäutiger.
Manchmal kommen so alte Muster, die wir so erfolgreich unter unserem Panzer versteckt haben, leider wieder zum Vorschein...Wir müssen uns an uns und unser neues Aussehen gewöhnen...wir müssen uns auch daran gewöhnen, dass uns Menschen ehrlich und (hoffentlich) begeistert anschauen...klar gibt es immer noch (und dumme sterben nie aus) welche, die uns weh tun werden. Bitte lass dich von solche Idioten nicht beeindrucken. Wissen die denn was für einen Weg du hinter dich gebracht hast? Ich würde sagen nein!!!
Deswegen sage ich: trage deine neue Figur stolz zur Schau...zeige ihnen erhobenen Hauptes was du erreicht hast...und höre nicht auf dumme Kommentare.
Betrachte dich ehrlich im Spiegel und finde dich toll...
Ich habe zu Anfang von MB Nacktfotos gemacht von mir und grade gestern abend wieder welche...was für eine Veränderung muß ich sagen. Auch wenn die Bilder noch lange nicht für den Playboy reichen...ich finde mich und meine Veränderung toll. Suche dir alte Fotos raus und vergleiche dich mit der Zeit vor MB und heute...
Einen absolut unparteiischen Freund hast du ja schon...der schaut nicht auf deine Figur...deine Nase oder was du an hast...du weißt wen ich meine:...deinen Hund. Der nimmt dich so wie du bist ...als einen treuen Freund und Begleiter.

@Kuri
vielen lieben dank für deine Umarmung...sie tut mir immer wieder gut.
ich weiß das Wandel loslassen heißt und das alte Wunden wieder aufbrechen können..Ich habe soviele dunkelste Täler in meinem Leben durchschritten, das ich dieses auch nochs schaffen werde...wobei diese Tal nicht so dunkel ist...ich weiß bloss nicht wo ich stehe auf meinem Weg. Ich habe Sorge das ich mich verirren könnte. Das Licht sehe ich schon am Ende meines Weges...denn die ersten 30Kg habe ich ja schon geschafft. Die anderen schaffe ich auch, da bin ich mir sicher. Normalerweise gibt es keine halben Sachen bei mir...jetzt umdrehen...nein, das will ich nicht mehr.

Ich habe aber noch eine Frage an dich: du schreibst, dass ihr Schlanken das gesunde Selbstwertgefühl nicht erkennen könnt und das Gefühl von Veränderungen nicht kennt...aber was macht MB dann mit euch, wenn ihr 5-10-15Kg verloren habt? Es kann doch nicht sein, das garnichts passiert? Warum habt ihr einige Kilos zuviel auf den Hüften...nur Esslust..oder steckt da doch was anderes dahinter? Ihr freut euch doch auch, wenn die Hosen zu groß werden...ihr geht doch auch erhobernerem Kopf durch die Gegend..das sind doch auch Veränderungen...evt ncht so grundlegende wie bei mir zb...aber doch auch...wie empfindest du diese denn?
Oder habe ich auf Grund der doch späten Stunde was nicht so verstanden?

@traumstrand
...lass dir gesagt sein...du schaffst mit Mb eine Gewichtsabnahme...und toll das du deinen Anfang vorverlegt hast. Ich bin schon stolz auf dich, denn "Ausreden" gibt es immer genug...
Dein Gedanke mit der Begleitung habe ich auch schon gedacht...nur das meine letzte Therapie grade mal 1 1/2Jahre her ist und ich noch eine Sperre habe...ich glaube 2 Jahre sind das...aber auch ein Selbstferfahrungseminar wäre eine gute Idee. Woher komme ich an eine gute Adresse? Woher komme ich an so einen Coach? Was kostet das... mein Geldbeutel ist chronisch leer zur Zeit.
Die Jeans die ich anprobiert habe, war ein Angebot..nur 4.99Euro...und in einer kleineren Größe gab es die nicht mehr... dafür gab es zwei T-shirts a 2,99Euro..lol...wenigstens etwas... Viel Geld möchte ich im Moment für Kleidung nicht ausgeben, denn das wird mir zu teuer und bis zum Herbst und Winter überbrücke ich die Zeit...da habe ich noch Sachen und so kalt ist es ja noch nicht...nur feucht von oben hier in Deutschland...

So, jetzt habe ich wieder das geschrieben, was ich vor 3 Stunden schon mal so ungefähr hatte...jetzt stell ich das ganz schnell ein, bevor jemand klingelt und wieder alles weg ist...
Ausserdem: Ich habe wirklich Hunger jetzt...aber ich warte bis nachher und hole mir beim bäcker ein frische...nichtMB-taugliches Brötchen udn frühstücke daheim, bevor es ins Bett geht...

euer etwas müde und sehr hungrige zulu

PS: Kaum hatte ich den letzten Buchstaben geschrieben hat jemand geklingelt...lol..aber es hat dannach gereicht, den Beitrag zu korrigiern und auf den Weg zu schicken.
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon xbabs » So 29. Aug 2010, 07:38

Ich habe mit Spannung eure Beiträge gelesen.

Ich denke schon, daß es einen großen Unterschied zwischen den Leuten gibt, die früher immer schlank waren und von daher keine Probleme mit dem Umfeld hatten und denjenigen, die quasi seit ihrer Kindheit/Pubertät kämpfen.

Ich bin der Meinung, daß das was einem in der Jugend angetan wird, sehr sehr tief sitzt und man es nie wieder in seinem Leben loswird. Kids und Jugendliche sind grausam, sie sagen einem ist Gesicht daß man eine "fette Sau" ist oder "beschissen Aussieht". Natürlich glaubt man das irgendwann und dann geht die Paranoia los: bei jedem, der einen schräg anguckt denkt man: boah, der/die lästert jetzt bestimmt über mein Gewicht.

Als ich älter wurde, mit Aufs und Abs im Gewicht, hab ich mich irgendwann mehr oder weniger akzeptieren könnnen. Ich hatte einen Mann und meine Kinder lieben mich ja sowieso wie ich bin. Trotzdem musste ich mir ab und an immernoch Dinge anhören wie: "könntest auch mal abnehmen", oder "war das nicht schon dein drittes Stück Kuchen?" Super.
Und die Leute merken nicht einmal, daß sie einem wehtun, klar, man ist erwachsen, aber ist das deshalb ein Grund auf äußerlichen Schwächen herumzureiten? Ob sie sich selbst 3 Stück Kuchen reinstopfen interessiert ja keinen, denn sie sind ja schlank und können es sich "leisten".

Mein Selbstbewusstsein leidet bis heute und jetzt werde ich 45. Klar, man versteckt sich hinter der Fettschicht, aber wenn sie schwindet, kommt man selbst mit seiner verletzten Seele wieder zum Vorschein und die Leute schauen einen wieder genauer an, denn sie merken ja, daß was im Busch ist.

Und auch hier kommen ja nicht nur nette Bemerkungen. Man ist wieder im Fokus und das ist ja was, das man nicht wollte, man wollte ja unsichtbar sein, damit die Leute nicht auf einem rumhacken. Und nun beschäftigt sich das Umfeld ja wieder mit meinem Äußeren, spricht mich darauf an: "Warst du krank?" "WOLLEST du abnehmen?"
Also, bitte, ich meine, was soll das? Ich gehe doch auch nicht zu jemandem hin den ich kaum kenne und frage: "WOLLTEST du deine grauen Haare überfärben?" Oder ähnlich blödes.
Nein, es ist nicht leicht damit zu leben, so oder so.

Erst nach langem Zögern habe ich mir schöne Kleidung gekauft. Es hat mir der Zeit großen Spaß gemacht und jetzt muss ich mich regelrecht bremsen! :)
Erst letzte Woche ließen wir beim Fotografen Bilder machen, ich und meine Familie, zu meinem Geburtstag. Ich finde mich okay auf den Bildern, wenn auch nicht wirklich schlank. Wahrscheinlich werd ich immer die "Dicke" sein, egal was ich mache.

Meine beiden Cousinen haben neulich was gesagt, was es wahrscheinlich auf den Punkt bringt. Beide waren immer sehr schlank, aber nun in den vierzigern, haben sie eben auch mit ihren Speckröllchen zu kämpfen.
"Cousine 1: Barbara, hast du noch mehr abgenommen? Ich: nein, eigentlich nicht. Cousine 2: wahrscheinlich sind wir dicker geworden. Früher war es einfacher, da war Barbara einfach die Dicke."
Da wir eben nicht mehr "einfach" die Dicken sind, sehen uns die Leute mit anderen Augen. Und das müssen wir selbst für uns auch lernen.

@Zulu: ich finde es toll, daß du deinen Weg gefunden hast. Du hast die Hälfte geschafft, du darfst auch mal zulassen, daß dein "ich" hinterherkommt und das braucht seine Zeit. Deine Beiträge hier sind sehr wertvoll für mich und interessant. Ich hoffe, es geht genauso erfolgreich weiter für dich und du kommst dann auch damit klar. Denn einfach ist es nie.
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon Kuriosa » So 29. Aug 2010, 13:33

Hallo zusammen

XBabs, ich muss dir einfach recht geben, es ist eine andere Sache, ob man immer mit Pfunden zu kämpfen hatte, oder nicht.
Ich war dünn, sehr dünn als Kind und jugendliche, und gross dazu, was dazu führte, dass man mich mehr deswegen auslachte, und mir Brettli und Bohnenstange nachrief. Ich musste mir keine Sorge um ein paar Pfunde machen oder nicht, ich war stets ein Fresssack, ohne dass es Spuren hinterliess. Das kam erst viel später. Ich war auch nie so übergewichtig, dass ich Blicke auf mich gezogen hätte, denn durch meine Grösse war der Verteilungseffekt sehr gut. Auch wenn ich gemäss Bodymassindex bereits übergewichtig war, hat man es mir noch nicht so heftig angesehen, das kam dann plötzlich von einem Tag auf den anderen.

Deshalb kann ich das Leiden von euch Lieben, die sehr viele Kilos mehr als gut ist auf den Hüften trägt, nicht als eigene Erfahrung nachempfinden, sondern nur aus einem Mitgefühl heraus, es gibt ja auch noch andere Dinge, die ähnlich weh tun. Zulu, ich halte mich aber nicht als eine der Schlanken, früher einmal ja, aber heute nicht mehr, ich habe inzwischen das auf und ab des Gewichts, des Jojos am eigenen Leib erfahren, und den Schmerz und die Verzweiflung, wenn man wieder nur zu- anstatt abnimmt. Ich meinte eher solche Schlanken, die es nicht nötig haben MB zu machen, und die keine Ahnung haben, wie sich das Problem anfühlt, und darum eine gewisse natürliche Überheblichkeit gegenüber Übergewichtigen an den Tag legen, auch wenn sie das nicht unbedingt so wollen, wie zB die Cousinen von XBabs. Diese schmerzhaften Kommentare, die gar nicht so gemeint sind, die nicht aus bösen Willen heraus kommen, sonder aus der Unwissenheit. Leider ist das Gewicht ein sichtbares Problem, somit kann jeder daran teilhaben, im Guten oder im Schlechten, und viele nehmen sich ungefragt das Recht, und fragen dann so dumme Sachen, wie "wolltest du, oder bist du krank?" ohne sich der Wirkung der Worte bewusst zu werden.
Ich sage es manchmal so, ein Pickel ist ein Pickel, oder? Wenn mein Gesicht voller Pickel ist, bin ich damit sichtbar, was zusätzlich schmerzlich ist, wenn die Leute schauen, wegschauen, mitleidig schauen... usw. Wen kümmert es aber, wenn mein Po voller Pickel ist? Meinen Po sieht niemand, doch die Pickel tun dort nicht weniger weh, als im Gesicht. Und so ist es mit allem.

Wenn ich nun 10 Kilo verliere, als Beispiel, so macht es mit mir tatsächlich nicht soooo viel, ausser dass ich mich freue, und dass ich mich wieder besser mag, mich wieder schöner finden, und mir selbst Anerkennung zolle. Nicht mehr und nicht weniger. Bei meiner Grösse von 1.73 ist das aber auch nicht besonders viel, und die Leistung nicht so umwerfend.... und trotzdem, auch ich muss etwas dafür tun, um die insgesamt 13 Kilo, die ich zuviel habe, wegzukriegen, es fällt auch mir nicht mehr in den Schoss....

So, meine Lieben, ich wünsche euch was

und lasse ein Umarmen hier, eure Kuri
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon Sa84 » Mo 30. Aug 2010, 13:32

Ich wollte euch kurz für eure Worte danken. Ich musste doch wirklich beim Lesen weinen :o Ich war schon immer ein sehr emotionaler Mensch aber zurzeit brauchts auch gerade gar nichts um mich zum weinen zu bringen. Ich hoffe das ich bald einen weg aus meinem jetzigen Tief finde werde...
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon zulukriegerin » Mo 30. Aug 2010, 14:03

Liebe Sa84,

weinen ist doch nicht so schlimm, es befreit sogar von all den Emotionen, die sich so angestaut haben. In meiner Nachtwache hatte ich mal Zeit etwas Fren zu sehen und mußte über einen Film und dessen Ende weinen...Es war so Herz zerreissend traurig und doch so schön..

Inzwischen oder im Moment, sehe ich diese Veränderungen die ich/wir durchmachen positiv. Durch das Forum hier und all den lieben Menschen und den Kontakten die sich ergeben, hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen...mit dem ich sehr zufrieden bin.
Natürlich machen Veränderungen Angst...aber heute(am Montag) empfinde ich diese Angst als was positives. Positiv, weil sie mich zum denken und reflektieren anregt. Ich empfinde sogar ein Glücksgefühl über das was mir geschenkt wird...verrückt, aber es ist so.
Eigentlich sollten die Blicke, die Äusserungen unserer Umwelt mich nicht beeinflussen...sollen die doch gucken...sollen die sich über die "Dicke" ihren Kopf machen...die wissen doch garnicht was ich in den letzten 6 Monaten erreicht habe, aber ich weiß das und das wiegt doch wesentlich mehr als mein Gegenüber...
Natürlich tun die Blicke, das Getuschel und die unsensiblen Äußerungen weh, sehr weh sogar. Evt werde ich es auch meinem Gegenüber auch mal sagen...spiegeln, wie er mit mir umgeht...was er mir mit den verletzenden Worten antut. Ich denke wir müssen anfangen uns zu wehren und nicht alles zu schlucken...schlucken wie wir es die ganzen Jahre gemacht haben und uns somit den Panzer zugelegt haben.
Wir schreiben, das uns ein gesundes Selbstewußtsein fehlt...bekommen wir das nur durch die verlorenen Kilos oder bekommen wir es auch, wenn wir uns verändern? Ich denke beides. Ich muß lernen für mich und meine Person einzustehen und mich so zu akzeptieren wie ich bin und was aus mir wird. Wenn ich mit mir einig bin, merkt das auch meine Umwelt und geht anders mit mir um..sieht mich auch mit anderen Augen...
Wie wirken die "von Haus aus" Selbstbewußten auf uns: stark, unverletzlich und unnahbar...das ist es doch meistens. Will ich so ein und wirken...eigentlich nein...Ich möchte schon selbstbewußt sein, aber auch meine verletzliche Seite offen leben dürfen. Nur wenn ich authentisch bin...wenn ich so bin, wie ich bin, bin ich ehrlich zu mir und den anderen. Das sollte das Ziel in meinem Leben sein...wenn ich das erreichen könnte, wäre ich einen großen Schritt weiter in meiner Entwicklung.

Nie hätte ich vor MB gedacht, das ich mich nochmals so mit mir und meinem Leben auseinander setzen würde...
Ich freue mich über diese Entwicklung und sie macht mir auch Angst...wie schon geschrieben...
Aber ich möchte wirklich wie ein Schmetterling aus dem Kokon schlüpfen...ich möchte diesen beengenden Kokon ablegen und nie wieder brauchen müssen...

deine zulu
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Re: Wie verändert MB mich und mein Leben??

Beitragvon Kuriosa » Mo 30. Aug 2010, 14:19

Meine Lieben

Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein fehlen bei vielen Menschen. Es braucht viele viele schritte, damit ein verletztes Selbstwertgefühlt und Selbstvertrauen wieder heil wird... und das kann, aber muss nicht mit Kilos oder Pfunden einhergehen. Und jemand, der keine Gewichtsprobleme hat, hat nicht notwendigerweise keine Selbstwertprobleme.

Es tut weh, sehr weh, wenn man sich selbst zu wenig wert ist. Wir alle sind doch liebenswert!

Ein verletztes oder krankes Selbstwert zu heilen, dafür braucht es viel viel Wärme, viel Liebe, viel Verständnis und ein für einander da sein. In den Arm genommen zu werden, ohne eine Leistung oder Gegenleistung erbringen müssen, hilft Berge versetzen.

Ich wünsche jedem hier im Forum, aber auch jedem anderen Mensch, der an seiner Seele leidet, dass er eine Heilung finden kann, ein Balsam für seine verletzte Seele, und somit wieder eine tiefe Freude am Leben und am Lieben...

eure Kuri
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